Beschreibung

Im Zuge der Modernisierung des Kirchenbaus nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden auch neue Formen der Altarraum-Gestaltung, die meist deutlich sparsamer und reduzierter auftraten als in früheren Jahrhunderten. Den vermutlich radikalsten Weg beschritt der Meldorfer Architekt Otto Andersen, der karge und minimalistische Räume schuf. Die Ansgarkirche in Hamburg-Othmarschen hat die Grundform eines Sechsecks mit hochgeschlossenen, weiß gekalkten und vollkommen schmucklosen Wänden. Das Oberlichtfenster über dem Altar ist die Hauptlichtquelle der Kirche. Über dem schlichten Altartisch mit sechs Kerzenleuchtern erhebt sich lediglich ein kleines, von Ursula Querner erstelltes Altarkreuz.


Künstler/in

Otto Andersen
* 1924 in Hamburg-Bergedorf — † 1981 in Hamburg

Der Architekt Otto Andersen wurde am 12. Dezember 1924 in Hamburg-Bergedorf geboren. Er besuchte 1944–45 die Hamburger Bauschule und studierte 1946–51 an der Technischen Hochschule Stuttgart. Als Architekt und Bauingenieur entwarf er von den 1950er bis in die 1970er Jahre zahlreiche Kirchen in Hamburg und Schleswig-Holstein. Er starb am 5. Juli 1981 in Hamburg.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia Kunst@SH


Ursula Querner
* 1921 in Dresden — † 1969 in Hamburg

Ursula Querner wurde am 10. Mai 1921 in Dresden geboren und zog später mit ihrer Familie nach Hamburg. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Lehre als Holzbildhauerin. 1946–1949 studierte sie an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg bei Edwin Scharff. Ab den 1950er Jahren unternahm sie mehrere Studienreisen nach Südeuropa. 1956 wurde sie Mitglied im Deutschen Künstlerbund. 1959 erhielt sie ein Stipendium für die Villa Massimo in Rom. Sie lebte und arbeitete in Hamburg und in Italien. Am 23. Juni 1969 starb Ursula Querner in Hamburg.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Literatur:
Maike Bruhns, Querner, Ursula, in: Der neue Rump. Lexikon der Bildenden Künstler Hamburgs, Altonas und der näheren Umgebung, Neumünster 2005.



Kirche/Museum

Ansgarkirche
Griegstraße 1a, 22763 Hamburg-Othmarschen (HH)

Die Ansgarkirche in Othmarschen wurde 1963–65 nach Plänen des Architekten Otto Andersen erbaut. Die Kirche erhebt sich auf einem sechseckigen Grundriss. Die hochgeschlossenen Außenwände werden durch ein schmales umlaufendes Fensterband gegliedert, das direkt unter dem sehr flach geneigten Zeltdach ansetzt. Weiß gekalkte Ziegelwände bestimmen den Gottesdienstraum nach innen. Das Oberlichtfenster über dem Altar ist die Hauptlichtquelle der Kirche und gibt den Blick frei direkt in den Himmel.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia Kirchenfenster

Nordkirche     Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein     Tabita-Kirchengemeinde Ottensen-Othmarschen     Hamburg-Othmarschen, Ansgarkirche    


Routenplaner: 53.54961, 9.9082


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20. Jahrhundert (91) Otto Andersen (7) Ursula Querner (2) Hamburg-Altona (10) Sonstige Altarform (22)

Fotos: Jan Petersen, Kunst@SH, 2023