Beschreibung

Für die westliche Stirnseite der Großen Feierhalle im BestattungsForum Ohlsdorf gestaltete Heinrich Jungebloedt das Mosaik eines Lebensbaums, welches das schmale Buntglasfenster von Ervin Bossányi umgibt.


Künstler/in

Ervin Bossányi
* 1891 in Regöce, Österreich-Ungarn — † 1975 in London, Großbritannien

Ervin Bossányi wurde am 3. März 1891 in Regöce, Österreich-Ungarn geboren und war ein ungarisch-britischer Maler und Kunsthandwerker. Bis zur Emigration 1934 wirkte er vor allem in Lübeck und Hamburg, danach in England. 1919 kam er nach einem kurzen Aufenthalt im revolutionären Budapest auf Einladung des Gartenbaudirektors Wilhelm Maasz nach Lübeck und fand hier Aufnahme in einer Künstlergruppe um Asmus Jessen, Albert Aereboe und Curt Stoermer. Er hatte sich während seines Studiums an der Kunstgewerbeschule Budapest, später an der Pariser Académie Julian und der Londoner Camden Art School mit den verschiedenen Kunstrichtungen der Zeit auseinandergesetzt. In der Glaswerkstatt von Carl Berkentien in Lübeck erlernte er die Technik der Glasmalerei, schuf expressionistische Fresken und Mosaikfenster sowie Bilder und Skulpturen. Nach der Emigration 1934 nach England war es eben auch sein besonderes Talent als Glasmaler, welches er mit Fenstern für Londons Universität, der Tate Gallery und verschiedene bekannte Kirchen in Szene setzen konnte. Er starb am 11. Juli 1975 in East Cote, London.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia Kunst@SH

Literatur:
AKL, Band 13, 1996. Jo Bossanyi & Sarah Brown, Ervin Bossanyi : Vision, Art and Exile, Reading 2008.


Heinrich Jungebloedt
* 1894 in Witten — † 1976 in Schulzendorf

Heinrich Jungebloedt wurde 1894 in Witten geboren. Er studierte an der Essener Kunstgewerbeschule und arbeite danach in der Berliner Firma Vereinigte Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei Puhl & Wagner, Gottfried Heinersdorff. 1925 wurde er zum künstlerischen Leiter der Mosaikabteilung in der Firma berufen. Nach 1945 betrieb er mit seiner Mitarbeiterin Elisabeth Jeske eine eigene Werkstatt in Schulzendorf. Heinrich Jungebloedt starb 1976 in Schulzendorf.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia



Kirche/Museum

BestattungsForum
Fuhlsbüttler Straße 756, 22337 Hamburg-Ohlsdorf (HH)

Das Neue Krematorium am Friedhof Ohlsdorf wurde 1930–32 unter Leitung von Fritz Schumacher als dessen letztes Bauwerk in Hamburg errichtet. Die Anlage ist in einen zeremoniellen und einen funktionalen Bereich aufgeteilt. Mit den offenen Wandelgängen und den vorgelagerten Terrassen erinnert die Anlage an ein Denkmal. Durch den zeittypischen dunklen Klinker und die Bronzetüren wird der verschlossene und gleichzeitig monumentale äußere Eindruck bestärkt. Die große Feierhalle ist symmetrisch gestaltet und läuft schräg nach oben zu. Die Seitenfenster und die Fenster an den beiden Stirnseiten wurden von Ervin Bossányi entworfen, an der westlichen Stirnseite gibt es zusätzlich ein Glasmosaik von Heinrich Jungebloedt. 1952–53 erfolgte die Erweiterung um eine weitere Feierhalle, eine Leichenhalle sowie Funktionsräume. 2011–13 gab es eine Erweiterung und Sanierung des Zentralgebäudes. Seitdem trägt der Gesamtkomplex den Namen "Hamburger Bestattungsforum Ohlsdorf".

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia Kirchenfenster

Sonstige Institutionen     Hamburg-Ohlsdorf, BestattungsForum    


Routenplaner: 53.62335, 10.03386


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Fotos: Jan Petersen, Kunst@SH, 2021