Beschreibung

Für die Kirche Zu den zwölf Aposteln gestaltete Siegfried Assmann die halbrunde Altarwand mit 13 schmalen und raumhohen Fensterstreifen, die durch breite Streben voneinander getrennt sind. Sie zeigen den erhöhten Gottessohn, umgeben von den zwölf Aposteln im Himmlischen Jerusalem (Offg Joh 12). Jeder Apostel nimmt als leicht gelängte Figur ein Fenster ein. Auf eine genaue Zuordnung der Figuren durch traditionelle Attribute verzichtet der Künstler, wenngleich alle individuelle Gesichtszüge haben. Die Apostel stehen jeweils am unteren Rand des Fensters, während der Christus auf einem Thron im oberen Bereich des mittleren Fensters sitzt. Die angedeutete Silhouette des Himmlichen Jerusalem ist im Hintergrund zu sehen, ebenso wie die musizierenden Posaunenengel.


Künstler/in

Siegfried Assmann
* 1925 in Kirchplatz, Posen — † 2021 in Hamburg

Siegfried Johann Assmann wurde am 1. Februar 1925 in Kirchplatz in der Provinz Posen geboren. Er studierte ab 1947 an der Landeskunstschule in Hamburg bei Theo Ortner (dessen Meisterklasse er später absolvierte), Willi Breest und Alfred Mahlau und begann seine künstlerische Karriere 1951. Schnell machte er sich einen Namen als Glasmaler für Kirchenfenster. Zusätzliche Aufträge zu kirchlichen Ausbauten u.a. auch mit Mahnmalen, Reliefs und Interieur ab den 1960er Jahren brachten ihn zur Bildhauerei. Dem Ehrenmal in Gudendorf/Dithmarschen folgten Mahnmale in Husum, Heide und Geesthacht sowie zahlreiche Bronzen für öffentliche und privat Bauten. Bei dem Bau seiner Segelyacht in GFK (glasfaser-verstärkter Kunststoff) kam ihm die Idee der Synthese aus Malerei und Bildhauerei. Ungewöhnliche, farbige Skulpturen entstanden in dem damals bewunderten neuen Material. In seiner Tätigkeit im Bereich der Plastik schuf er mehr als 1.000 Arbeiten mit figürlichen Mensch- oder Tier-Motiven sowie Arrangements von farbigen Kirchenfenstern in Schleswig-Holstein und Hamburg. Als ein Höhepunkt in seinem Werk gilt die umfangreiche Raumgestaltung im Kloster Nütschau. Siegfried Assmann lebte und arbeitete viele Jahre in Großhansdorf. Er starb am 7. Juni 2021 in Hamburg.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia Kunst@SH

Literatur:
Hans Jürss, Siegfried Assmann 1951-1981, Hrsg. Daimler-Benz Aktiengesellschaft, Stuttgart, o. J. Allgemeines Künstler-Lexikon (AKL), Band 5, 1992. Joachim Wergin, Über den Bildhauer Siegfried Assmann, in: Jahrbuch für den Kreis Stormarn 2016, Großhansdorf 2015, Seiten 195-202. Maike Bruhns, Assmann, Siegfried J., in: Der neue Rump. Lexikon der Bildenden Künstler Hamburgs, Altonas und der näheren Umgebung, Neumünster 2013. Joachim Wergin, Der Bildhauer Siegfried Assmann ist gestorben, in: Jahrbuch für den Kreis Stormarn 2022, Großhansdorf 2021, Seiten 203-204. Franklin Kopitzsch und Dirk Brietzke, Hamburgische Biografie : Personenlexikon, Band 8, Göttingen 2023.



Die Kirche

Kirche Zu den Zwölf Aposteln
Ammernweg 54, 22547 Hamburg-Lurup (HH)

Die Kirche Zu den Zwölf Aposteln in Lurup wurde 1957–58 durch den Architekten Friedrich Kraft erbaut. Die Kirche selber ist ein zweigeschossiges Bauwerk mit rechteckigem Grundriss und verbindet Bauformen der 1920er und der 1950er Jahre. Der eingezogene Chor mit seiner markanten Fenstergruppe bildet das prägende Element. Der helle Chorraum wird durch die dunkle mit abstrakten Mustern bemalte Holzdecke des Hauptraumes zusätzlich betont. Der Turm wurde 1962–63 unter der Leitung von Bernhard Hermkes errichtet.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia Kirchenfenster

Nordkirche     Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein     Kirchengemeinde „Zu den 12 Aposteln in Hamburg-Lurup“     Hamburg-Lurup, Kirche Zu den Zwölf Aposteln    


Routenplaner: 53.59965, 9.88696


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Fotos: Jan Petersen, Kunst@SH, 2023